Wissenschaftlicher Kongress der DGE
Kassel, Deutschland
Wissenschaftlicher Kongress der DGE – das komplexe Zusammenspiel zwischen menschlichem Verhalten und Umwelteinflüssen in Bezug auf die Lebensmittelwahl wird aus unterschiedlichen Perspektiven untersucht und diskutiert.
Beschreibung
Wissenschaftlicher Kongress der DGE: Ernährung und Mikrobiom – Ein Schlüssel für die Gesundheit
die Gesundheit
Über 10 Billionen Mikroorganismen besiedeln den menschlichen Körper – innen wie außen. Der Großteil dieser mikrobiellen Masse konzentriert sich im Darm. Die geschätzten 170 Millionen Proteine, die von mehr als 4600 Bakterienarten produziert werden, verleihen dem menschlichen Mikrobiom eine außergewöhnliche Stoffwechselkapazität. Unsere tägliche Ernährung hat dabei direkten Einfluss auf die Zusammensetzung und Funktionsweise dieses vielschichtigen mikrobiellen Systems. Unmittelbar nach der Geburt beginnt die Besiedlung des zunächst keimfreien Darms Neugeborener durch eine begrenzte Anzahl an Bakterienarten. Ernährungsfaktoren spielen dabei eine wesentliche Rolle in der dynamischen Reifung eines vielfältigen und widerstandsfähigen Mikrobioms – vom Säuglingsalter bis ins Erwachsenenleben. Der mikrobielle Fingerabdruck eines jeden Menschen ist einzigartig und geprägt durch eine enge symbiotische Beziehung mit seinem Wirt.
Eine wachsende Zahl von Bevölkerungs- und Interventionsstudien geht der Frage nach, wie ein gesundes Mikrobiom beschaffen ist und welche Lebensmittel oder Nahrungskomponenten dazu einen funktionell bedeutsamen Beitrag leisten. Ähnlich wie bei einem Organ kann ein gestörtes Mikrobiom die symbiotische Verbindung mit dem Wirt beeinträchtigen und mutmaßlich zur Entwicklung verschiedenster Erkrankungen beitragen. Diese wegweisende Hypothese wird derzeit intensiv erforscht – es überrascht daher kaum, dass aktuell mehr als 4600 klinische Studien zum Thema Mikrobiom registriert sind, von denen fast 20 % ernährungsbezogene Fragestellungen aufgreifen.
- Welchen Einfluss hat die Wechselwirkung zwischen Ernährung und Mikrobiom auf die Entstehung chronischer Krankheiten?
- Sind ernährungsbasierte, möglicherweise personalisierte, Interventionen eine Strategie für eine Mikrobiom-basierte Prävention oder Therapien?
Die Ernährungswissenschaft nimmt bei der Beantwortung dieser Fragen eine zentrale Rolle ein. Sie muss belegen, ob und auf welche Weise die vielfach nachgewiesenen Veränderungen im Mikrobiom ursächlich mit der Ernährung zusammenhängen und wie sie krankheitsrelevante Prozesse im menschlichen Organismus beeinflussen können. Die DGE greift dieses faszinierende Themenfeld auf ihrem Kongress 2026 gezielt auf.
Der nächste wissenschaftliche Kongress der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) wird im Kassel Kongress Palais in Zusammenarbeit mit dem Institut für Agrar- und Ernährungswissenschaften der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg ausgerichtet.
Unsere heutige Lebenswelt bietet ein breites Spektrum an Lebensmitteln und schafft damit grundsätzlich die Voraussetzungen für eine ausgewogene und gesundheitsfördernde Ernährung. Dennoch spielen rationale Überlegungen bei der konkreten Lebensmittelauswahl nur eine untergeordnete Rolle. Vielmehr sind es soziokulturelle Einflüsse und neurobiologische Mechanismen, die unsere Ernährungsvorlieben und -entscheidungen maßgeblich prägen. Hinzu kommen ausgeprägte geschlechtsspezifische Unterschiede in der Lebensmittelpräferenz. Um wirksame Strategien zur Prävention ernährungsbedingter Erkrankungen und Fehlernährung entwickeln zu können, ist ein fundiertes Verständnis der Faktoren erforderlich, die unsere Lebensmittelauswahl beeinflussen.
Der Wissenschaftliche Kongress der DGE in Kassel beleuchtet daher die vielfältigen Dimensionen des komplexen Zusammenspiels von Mensch und Umwelt im Kontext der Lebensmittelwahl und möchte konkrete Lösungsansätze aufzeigen.
Wissenschaftliche Leitung
- Prof. Dr. Gabriele Stangl, Professur für Humanernährung, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
- Prof. Dr. Andrea Henze, Professur Ernährungsphysiologie, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
- Prof. Dr. Wim Wätjen, Professur Biofunktionalität sekundärer Pflanzenstoffe, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Veranstaltungsort
Veranstaltungsort
Organisator
Mehr Veranstaltungen
Internationale Konferenz Fisch
INTERNATIONALE KONFERENZ ÜBER FISCHESt. Petersburg, Russische FöderationDie Internationale Fischkonferenz für Aquakultur und industrielle Fischerei findet im Januar in Sankt...
FOODTECH BULGARIEN
FOODTECTH BULGARIENPlovdiv, BulgarienFOODTECH Bulgaria – eine internationale Fachmesse für Lebensmittel und Getränke mit Fokus auf Verpackungen, Maschinen und...
BIOFACH – WELTWEIT FÜHRENDE FACHMESSE FÜR BIO-LEBENSMITTEL
BIOFACH – WELTWEIT FÜHRENDE FACHMESSE FÜR BIO-LEBENSMITTELNürnberg, DeutschlandBIOFACH – die weltweit führende Fachmesse für Bio-Lebensmittel und Naturkosmetik, die sowohl als...

